Preisvergabe der Beethovenstiftung Bonn 2011 zur Förderung in 2012

Die Fachjury der Beethovenstiftung Bonn entschied am 13.10.2011 über die Förderung in 2012.
Zur dreiköpfigen Fachjury gehörten Herr Jens Cording (Siemens-Stiftung München), Herr Dr. Andreas Broekmann (Leuphania Arts-Program Lüneburg) und Frau Prof. Dr. Helga de la Motte (Musikwissenschaftlerin).

bonn hoeren
Stadtklangkünstler Andreas Oldörp
Projektleiter Carsten Seiffarth
Klangkunst und Architektur
Fördersumme: € 140.000,-- 
 

Andreas Oldörp, Photo by Nele Gülck

In der dritten Runde des Projektes bonn hoeren – stadtklangkunst hat die Beethovenstiftung Bonn den Klangkünstler Andreas Oldörp zum Stadtklangkünstler 2012 berufen.
Andreas Oldörp ist ein national und international erfolgreicher KlangkĂĽnstler und einer der Pioniere auf dem Gebiet der Klangkunst mit natĂĽrlichen Klängen im öffentlichen Raum. 
Der 1959 in Lübeck-Travemünde geborene Hamburger Künstler studierte u.a. bei Henning Christiansen. Von der Objekt- und Installationskunst kommend, beschäftigt sich Oldörp seit 1985 mit den Wechselwirkungen von Klang und Raum. Seit 1988 entwickelt er Klanginstallationen und -skulpturen mit konstanten Klängen.

Im Mittelpunkt der künstlerischen und vermittelnden Arbeit von bonn hoeren 2012 standen Klangkunst und Architektur. Untersucht wurden die Stadt und ihre öffentlichen Räume unter dem Aspekt der wechselseitigen Charakterisierung von Klang und Raum: Wie klingen Raumarchitekturen in der Stadt? Können z.B. künstlerisch intervenierende Klangarchitekturen unsere Wahrnehmung von alltäglichen Aufenthaltsräumen erweitern und diese in neue individuelle Erlebnis-Orte verwandeln? Solche und andere Fragen wurden vom neuen Stadtklangkünstler in die Stadt getragen, reflektiert und erlebbar gemacht – bonn hoeren.

Die Beethovenstiftung fĂĽr Kunst und Kultur der Bundesstadt Bonn stellte am 23. Mai im Bonner Kunstverein den stadtklangkĂĽnstler bonn 2012 – Andreas Oldörp vor. 
Zum Auftakt seiner Residenz in Bonn realisierte Oldörp die Klanginstallation „1_continuum“, eine KlangInnenarchitektur mit drei ‚singenden Flammen’, in der Ausstellungshalle des Kunstvereins Bonn.

Veranstaltungen: 

Mittwoch, 23. Mai 2012, 17 h  Bonner Kunstverein / Foyer
Auszeichnung des Projektes bonn hoeren als Preisträger im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ durch die Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank. 

Mittwoch, 23. Mai 2012,  20.30 h  Bonner Kunstverein, Hochstadenring 22, 53119 Bonn
Ausstellungs-Eröffnung 
„1_continuum“ Raumbezogene Klangsetzung von Andreas Oldörp
Ausstellung vom 24. - 27. Mai 2012
Ă–ffnungszeiten der Installation:
24. Mai 2012, von 11 – 19 h   ///   25./26./27. Mai 2012 jeweils von 11 – 17 h

Im Rahmen der Ausstellung bot das 
bonn hoeren – stadtklangforum zwei Vorträge mit anschließendem Gespräch:

Mittwoch, 23. Mai 2012 um 18 h
bonn hoeren – stadtklangforum 1/2012 im Foyer des Bonner Kunstvereins
„Klangarchitekturen – stadtklangkünstler bonn 2012“
Vortrag von Andreas Oldörp (Hamburg / Bonn)
Im anschließenden Gespräch: Prof. Benedikt Stahl (Architekt, Alanus Hochschule Bonn),
Andreas Oldörp (stadtklangkünstler bonn 2012) und Carsten Seiffarth (Kurator und Projektleiter bonn hoeren) Moderation: Raoul Mörchen

Donnerstag, 24. Mai 2012 um 19 h
bonn hoeren – stadtklangforum 2/2012 im Foyer des Bonner Kunstvereins
„Akustische Transformation des Raumes zum Ort der Eigenzeit“
Vortrag von Prof. Helga de la Motte (Berlin)
Im anschließenden Gespräch: Prof. Günter Seubold (Philosoph, Alanus Hochschule Bonn),
Helga de la Motte (Musikwissenschaftlerin Berlin) und Andreas Oldörp (stadtklangkünstler bonn 2012)
Moderation: Raoul Mörchen

Sonntag, 12. August  2012 um 16 h Kunstmuseum Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 2
„2_pendulum“  Eröffnung Klanginstallation von Andreas Oldörp
(Ausstellungsdauer: 14. August bis 28. Oktober 2012)

Für 2_pendulum, der zweiten Arbeit während seines halbjährigen künstlerischen Forschungs- aufenthaltes im Rahmen des von der Beethovenstiftung für Kunst und Kultur der Bundesstadt Bonn initiierten Projektes bonn hoeren, ging Oldörp in den Außenbereich des Kunstmuseums Bonn. Die Idee zu 2_pendulum verdankte sich dem glücklichen Umstand, dass die Bonner Orgelbaufirma Klais in einer Karlsruher Orgel einen 1959 gefertigten Satz 16' Prinzipalpfeifen aus Zink durch zeitgemäße Pfeifen aus einer Zinn-Blei-Legierung ersetzte, und die alten Pfeifen zur freien Verfügung stellte.
Mit ihrer maximalen Länge von 5,50 Metern formulierten sie einen eindrucksvollen Kontrast und zugleich eine Ergänzung zu der klaren Architektur des Kunstmuseums Bonn.
Aus diesem Pfeifenrepertoire entstand, von drei Positionen an den Fassaden des Gebäudes ausgehend, ein Klangfeld, das den AuĂźenbereich klangenergetisch auflud und mit einer eigenen akustischen Identität ausstattete.
Diese auĂźergewöhnliche Klanginstallation konnte in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Bonn realisiert werden.

bonn hoeren – sonotopia 2012
Interventionen im öffentlichen Klangraum
Eröffnung: Samstag, 1. September 16 h, Bahnhofsvorplatz, Bonn
Ausstellungsdauer: 2. – 30. September 2012, tägl. 10 – 20 h  in der Bonner Innenstadt

In Vorbereitung auf das Ausstellungsprojekt sonotopia 2012 hatte der bonner stadtklangkĂĽnstler 2012 Andreas Oldörp im Rahmen eines Lehrauftrags am Fachbereich Architektur der Alanus Hochschule fĂĽr Kunst und Gesellschaft Alfter/Bonn ein dreiteiliges Blockseminar veranstaltet.  
Dessen Thema war der diesjährige Schwerpunkt von bonn hoeren „Klangkunst und Architektur“. Untersucht wurden die Stadt und ihre öffentlichen Räume unter dem Aspekt der wechselseitigen Charakterisierung von Klang und Raum.
Visuelle Reize überfluten uns täglich: Werbe-Plakate, Banner, Poster oder digitale Fassaden bestimmen oft unsere Stadtspaziergänge. Doch welche Geräusche und Klänge prägen das akustische Bild der Stadt? Autos, Baustellen, Springbrunnen, Wind in Bäumen oder natürlich wir selber erzeugen Klänge und Geräusche. Wie hören wir das? Haben wir gelernt wegzuhören, weil wir die Ohren, anders als die Augen, nicht einfach verschließen können?

sonotopia 2012 präsentierte den ganzen September über zum Beethovenfest Interventionen im öffentlichen Klangraum, die die Studierenden in diesem Seminar und in einem anschließenden Sommer-Workshop unter Leitung von Andreas Oldörp und Willem-Jan Beeren, Professor für Architektur und Kunst im Dialog an der Alanus Hochschule, entwickelt haben. Auf einem Parcours durch die Bonner Innenstadt, vom Hauptbahnhof über den Münsterplatz, den Kaiserplatz und durch den Hofgarten zum Rhein realisierten sie ihre ganz eigenen Klang-Interventionen im öffentlichen Raum.

PARCOURS durch die Bonner Innenstadt:
I Claudius Bäuml „gold“  
        HBF, Lichtschacht im Durchgang vom Busbahnhof zur U-Bahn-Station
II Raphael Fuss „durch nacht zum licht“ Vor dem Friedensplatz
III Ido de Baat „pax“ Brunnen am Kaiserplatz 
IV Eliot Wilson „SAKR:ALLTAG“ Münsterplatz, Grundriss Pfarrkirche
        St. Martin 
V Elias Schley Cores „stay“ U-Bahn Eingang Universität
VI Willem-Jan Beeren „lueftofon“ Durchfahrt Stockenstraße /
        Uni-Hauptgebäude
VII Hanna Kosche „entWICKLUNGen“ Baumgruppe am Alten Zoll
VIII Andreas Oldörp „rein“ Bühnenpavillon am Biergarten Alter Zoll

klangstadt bonn 2012  - Schulprojekt
Samstag 8. September 2012 tagsĂĽber / Kreuzgang St. Remigius Bonn
öffentliche Präsentation der Ergebnisse des
bonn hoeren - Schulworkshops im Rahmen von „BĂĽhne frei fĂĽr Beethoven“ 
in Kooperation mit dem Jungen Beethovenfest (Lena Geisen)
Ltg: Melvin Poore, Axel Porath und Helen Bledsoe, Musiker des Ensemble musikFabrik 
Mit den Schulen: Robert-Koch Grundschule (4. Klasse), Marie-Kahle Gesamtschule (5. Klasse) Collegium Josephinum Bonn und Ursulinenschule Hersel (Stufe 11)

„3_fluidum“ Klanginstallation von Andreas Oldörp
Eröffnung: Samstag, 1. Dezember 2012 um 16 Uhr 
KurfĂĽrstenquelle Bonn - Bad Godesberg (Stadtpark nahe der Stadthalle)
Betriebszeiten: 1.12.2012 – 31.12.2013 permanent
Mit seiner dritten groĂźen Klanginstallation im Rahmen von bonn hoeren beendete Andreas Oldörp seine Residenz als stadtklangkĂĽnstler bonn 2012 in der Stadt.

Die Klanginstallation 3_fluidum umspielt den Pavillon der Kurfürstenquelle im Bad Godesberger Stadtpark mit den leisen Tönen permanent klingender Orgelpfeifen.
Als besondere Attraktion ist der Pavillon der Kurfürstenquelle im Winterhalbjahr sonntags von 14.00 - 18.00 h geöffnet,
vom 1.4. - 30. 9.2013 dann täglich von 14.00 - 18.00 h
KurfĂĽrstenquelle Bonn - Bad Godesberg (Stadtpark nahe der Stadthalle)
Betriebszeiten: 1.12.2012 – 31.12.2013 perman


AusfĂĽhrliche Informationen auf unserer Projektwebseite:

www.bonnhoeren.de


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