Preisvergabe der Beethovenstiftung Bonn 2007 zur Förderung in 2008

Die Fachjury der Beethovenstiftung Bonn entschied am 19.11.2007 über die 66 eingegangenen Förderanträge 2007 zur Förderung in 2008. Zur dreiköpfigen Fachjury gehörten Herr Prof. Dr. Stephan Berg (damaliger Direktor des Kunstvereins Hannover, jetzt Intendant des Bonner Kunstmuseums), Frau Dr. Eleonore Büning (Musikkritikerin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) und die internationale Choreografin Frau Susanne Linke.


Preisträger

Fakt 21 Kulturgemeinschaft NRW
Ensemble Theaterwandel, „Goethes Faust II“
- Mehrspartenprojekt -

Fördersumme € 16.000,--

Nach über 70 Vorstellungen von Goethes „Faust I – verbinde dich“ – im Jahre 2007 kam das Nachfolgeprojekt „FAUSTSPUREN“ zuerst nach Bonn. Später sind Aufführungen in Köln und im Ausland geplant.
Ausgeführt wurde das Projekt von Absolventen mit Auszeichnung der Musikhochschule Köln, der Folkwang Schule Essen, Absolventen der Sporthochschule Köln und der Alanus Hochschule für Kunst & Gesellschaft.

Der Konzeption lagen Motive aus Goethes „Faust II“ zugrunde und diese wurden mit musikalischen/tänzerischen Mitteln dargestellt, so dass im Ergebnis ein Crossover von Kunstformen resultierte. Musikalisch enthielt die Bühnenproduktion klassische- und Jazzelemente, sowie Arrangements aus den Werken von Beethoven (Egmont), Rachmaninoff, Stravinsky, E. Humperdinck und Robert Schumann.
Themenkontext: Junge KĂĽnstler fĂĽr ein junges Publikum.
Vorbereitend und begleitend zum BĂĽhnenprojekt wurden in Kooperation mit der jungen Theatergemeinde Bonn Thementage fĂĽr SchĂĽler entwickelt.

Es bestand eine Kooperation mit der Bühne der Kulturen sowie mit der Fakt 21 Kulturgemeinschaft NRW, gemeinnützige GmbH, sowie dem NRW Landesbüro Kultur. Die Gesamtkosten des Projektes beliefen sich auf € 52.000,--: Die Beethovenstiftung Bonn förderte dieses Projekt mit den beantragten € 16.000,--.

Die UrauffĂĽhrung fand am 29.01.2009, 20.00 Uhr im Forum der Bundeskunsthalle statt.


Bernhardt Herbordt und Melanie Mohren
„Von Mücken, Elefanten und der Macht in den Händen“
- Musiktheater -

Fördersumme € 34.950,--

„Von Mücken, Elefanten und der Macht in den Händen“ ist eine genreübergreifende Musiktheaterproduktion.
Die Premiere fand am 23.01.2008 in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der Reihe BonnChance, Theater Bonn statt. Weitere AuffĂĽhrungen folgten.

Das Musiktheater suchte eine Auseinandersetzung mit dem Grundthema der Macht, ihren virtuellen Zentren und Grauzonen. Im eng aufeinander bezogenen GefĂĽge aus Ton, Text und Spiel ging es um die Macht der Inszenierung und erforschte die Grenzen des Darstellbaren. FĂĽr die Inszenierung zeichneten sich der Nachwuchskomponist Hannes Galette Seidl und die Nachwuchsautoren/ -Regisseure Bernhard Herbordt und Melanie Mohren verantwortlich.

Das Projekt wurde ebenfalls gefördert vom Fond experimentelles Musiktheater in NRW, weiterer Kooperationspartner war das Zentrum fĂĽr Kunst- und Medientechnologie Karlsruhe. Die Gesamtkosten des Projektes beliefen sich auf € 114.950,--. Die Beethovenstiftung Bonn förderte das Projekt mit den beantragten €  34.950,--.


Tobias Rank, Wanderkino „Laster der Nacht“
„Film + Musik – Beethoven im öffentlichen Raum“
- Wanderkino -

Fördersumme € 8.800,--

Das Wanderkino „Laster der Nacht“ ist ein mobiles Kino. Der zum Kinomobil umgebaute Oldtimer-Feuerwehr-Lastwagen integriert die gesamte Kino-, Ton- und Lichttechnik. Es finden bis zu max. 150 Zuschauer Platz. Inhaltlicher Schwerpunkt ist der historische Film, insbesondere frühe Dokumentationen, experimentelle Filme und Stummfilme, die musikalische begleitet werden.

Am 06. und 08.09.2008 wurden auf dem Mülheimer Platz, Innenstadt Bonn und am 07.09.2008 auf der Wiese am Regina-Pacis-Weg nahe dem Hofgarten in Bonn mit Einbruch der Dunkelheit der Stummfilm „Beethoven und die Frauen“ (auch „Der Märtyrer seines Herzens“ genannt) vorgeführt (Österreich/Ungarn 1918: Regie Emil Justiz). Dieses filmhistorische bedeutsame Zeugnis wurde vom Wanderkino mit einer eigens dafür konzipierten Musik für Violine und Klavier, die deutlich experimentellen Charakter hatte, realisiert. Die schwierige Recherche der Filmmaterialien im Vorfeld war ebenso Bestandteil des geförderten Projektes. Die Gesamtkosten des Projektes wurden von der Beethovenstiftung Bonn mit € 8.800,-- gefördert.


Dr. Klaus Martin Kopitz
Edition „Beethoven aus der Sicht seiner Zeitgenossen“
- Buchedition -

Fördersumme € 3.500,--

Der Berliner Komponist und Musikwissenschaftler Dr. Klaus Martin Kopitz wurde für die Fertigstellung seiner Edition „Beethoven aus der Sicht seiner Zeitgenossen“ mit € 3.500,-- von der Beethovenstiftung für die Fertigstellung des Projektes gefördert. Die Edition erscheint 2009 im G. Henle Verlag München.

„Beethoven aus der Sicht seiner Zeitgenossen“ stellt eine Gesamtausgabe aller authentischen zeitgenössischen Primärzeugnisse und Berichte zu Beethoven dar und ist somit als ein Standardwerk für die Beethovenforschung zu werten.


Gesellschaft der klingenden BrĂĽcke e. V.
„Ich komme schon durch manche Land“
- Volkslied-Workshop -

Fördersumme € 950,--

Die Klingende Brücke pflegt und fördert das Kennenlernen, Verstehen und Singen der Volkslieder Europas in den Originalsprachen. Das Archiv im Sepp-Gregor-Haus in Bonn-Tannenbusch beherbergt eine europaweit einmalige Sammlung von über 20.000 Volksliedern in ihren Originalsprachen, die in der bis dato 4 Bänden umfassenden Buchedition „Liederatlas europäischer Sprachen“ herausgegeben werden.

In einem Workshop im Sepp-Gregor Haus wurde am Samstag. 6. September 2008 anhand einer Auswahl an Liedern die Entstehungsgeschichte und Besonderheiten wissenschaftlich fundiert und erläutert und anschließend mithilfe zweier Musiker eingeübt. Am 7. September 2008 wurden dann die eingeübten Lieder von den Teilnehmern des Workshops vor verschiedenen Örtlichkeiten der Stadt Bonn (Beethovenhaus, Remigiuskirche, Schlosskirche, Beethovendenkmal etc.), welche mit Beethoven in besonderer Verbindung stehen, gesungen. Die Bonner Bevölkerung wurde eingeladen, die Lieddarbietungen gesanglich zu unterstützen.
Die Gesamtkosten des Projektes betrugen € 1.200,--, die Beethovenstiftung förderte das Projekt mit den veranschlagten € 950,--.



Hans-Werner Kroesinger
„Bonn, Beethovenhaus 18.10.1944“
- Theaterprojekt -

Fördersumme € 38.000,--

Der Regisseur und Autor Hans-Werner Kroesinger gilt als wesentlicher Vertreter des dokumentarischen Theaters im deutschsprachigen Raum. Mit seinem eingereichten Projekt „Bonn, Beethovenhaus 18.10.1944“ widmet er sich dem Bombenangriff auf Bonn am 18. Oktober 1944, bei dem das Beethovengeburtshaus in der Bonngasse verschont blieb. Das Projekt soll mit den Bonner Bürgerinnen und Bürger erarbeitet und als Theaterprojekt aufgeführt werden.

 

Christoph RĂĽtimann
Projekt „verdacht“, Kunstmuseum Bonn
- Fotoperformance -

Fördersumme: € 17.000,--

Das Projekt „verdacht“ des Schweizer Künstlers Christoph Rütimann förderte die Fachjury der Beethovenstiftung Bonn mit € 17.000. Es wurde im zeitlichen Zusammenhang mit der Eröffnung und als Teil der Ausstellung Christoph Rütimann „Der große Schlaf“ vom 19. Juni – 24. August 2008 im Kunstmuseum Bonn am 10.06.2008 verwirklicht.

In der Stellung von Rodins Denker setzte sich Rütimann für eine „Fotoperformance“ auf das Dach des Kunstmuseums Bonn, die Funktion des Museums bedenkend und nachdem er sie „bedacht“ hat, seine Werke im Museum zeigend. Eine zur Kugelform verwundene Kameraschiene mit an ihr entlang fahrender Kamera wurde auf dem Dach des Kunstmuseums, danach im Treppenhaus des Museums aufgestellt. Die dort generierten Live-Bilder wurden mit den aufgezeichneten Bildern vom Museumsdach abwechselnd in den Hauptsaal der Ausstellung übertragen.
Wie der KĂĽnstler auf dem und im Museum Position bezog, sollten ebenso die Kamerabilder den AuĂźen- und den Innenraum, das Urbane und das Museale, verzahnen.


Zum Seitenanfang
Seite drucken
Kategoriebild