Preisvergabe der Beethovenstiftung Bonn 2006 zur Förderung in 2007

Über die 53 Anträge 2006 zur Förderung im Jahr 2007 entschied am 13.11.2006 die dreiköpfige Fachjury Herr Prof. Jean-Baptiste Joly (Direktor der Akademie Schloss Solitude, Stuttgart), Herr Prof. Dr. Stephan Berg (damaliger Direktor des Kunstvereins Hannover, jetzt Intendant des Bonner Kunstmuseums) und Frau Dr. Eleonore Büning (Musikkritikerin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung).


Preisträger

William Engelen: „Oh Freunde, nicht diese Töne“
Amseln singen zu Beethoven
Fördersumme € 15.000,--


Für das Projekt von William Engelen wurde die „Ode an die Freude“ aus dem Schlusschor der neunten Sinfonie von Beethoven ausgewählt und mit Hilfe des Berliner Tonkünstlers Thomas Rehnert als Klingelton für Handys digitalisiert mit der Hoffnung, dass Amseln diese Tonfolge nach mehrmaligem Abspielen wiedergeben.
Seit Beginn der Aktion mit Ständen an drei Tagen auf der Poststraße in Bonn und einem Tag auf dem Familienfest in der Rheinaue Anfang Mai 2007 haben nach Schätzung des Künstlers mehr als 6000 Personen die digitale Melodie auf ihr Mobiltelefon geladen. Der Künstler schaltete die Internetseite www.diesetoene.de, über die der Klingelton kostenlos herunter geladen werden konnte und das Projekt vorgestellt wurde.


Konzert von Christian Wolff (Leonard Wolff)
Fördersumme € 9.000,--

Anlässlich der Ausstellung im August Macke Haus Bonn „Ein Literat und Gentleman – Der Verleger Kurt Wolff (10.05.-09.09.2007) fand am 10. Mai 2007 im Kammermusiksaal Beethovenhaus Bonn ein Konzert von Christian Wolff (Sohn des Verlegers Kurt Wolff) und seines Großvaters Leonhard Wolff (1848-1934 Städtischer und Akademischer Musikdirektor in Bonn, Vater des Verlegers Kurt Wolff) statt.
Eine Uraufführung von Christian Wolff „One Coat of Paint“ (2004) sowie „Cello Suite Variation“ (2000) und „Or 4 People“ (1994) waren von dem Komponisten der amerikanischen Avantgarde-Szene zu hören. Das „Streichquintett für 2 Violinen, 2 Violen und Violoncello“ seines Großvaters Leonhard Wolff von 1874 wurde von dem Verdiquartett ebenfalls uraufgeführt.


Antje Schiffers, „Vom Nutzen einer Stadtkünstlerin“
Fördersumme € 25.000,--

Frau Schiffers stellte sich und ihr Vorhaben als Stadtkünstlerin für die Stadt Bonn für einen Zeitraum von 2-3 Monaten zur Verfügung. Die Sprecher der Fraktionen des Kulturausschusses teilten Frau Schiffers mit, dass Ihr Thema die berühmten Söhne und Töchter der Stadt sein soll. Eine Brücke zur heutigen Zeit sei gefragt und der Auftrag sei ausdrücklich offen formuliert.
Frau Schiffers portraitierte daraufhin in mehrmonatiger Arbeit Söhne und Töchter der Stadt aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen Zusammenhängen. Das Projekt stellte die Künstlerin in einer Diashow im Bonner Kunstverein am 29.04.2008 vor. Hier übergab sie die Zeichnungen den Portraitierten. Die Dokumentation des Vortrags wurde im Stadtmuseum Bonn inventarisiert. Parallel zum Vortrag erschien das Künstlerbuch „Töchter und Söhne der Stadt Bonn“ (ISBN 978-3-9318-23-8, Herausgeber: Bonner Kunstverein).


Hans-Werner Kroesinger: „Bonn Beethovenhaus 18.10.1944“,
Theatermusikprojekt mit drei AuffĂĽhrungen
Fördersumme € 40.000,--

Der Regisseur und Autor Hans-Werner Kroesinger gilt als wesentlicher Vertreter des dokumentarischen Theaters im deutschsprachigen Raum. Mit seinem eingereichten Projekt „Bonn, Beethovenhaus 18.10.1944“ widmet er sich dem Bombenangriff auf Bonn am 18. Oktober 1944, bei dem das Beethovengeburtshaus in der Bonngasse verschont blieb. Das Projekt soll mit den Bonner Bürgerinnen und Bürger erarbeitet und als Theaterprojekt aufgeführt werden.


Cocoondance, Tanztheater: „Real Lies cosifantutte“
Theater im Ballsaal Bonn

Förderpreis € 22.000,--

Die international ausgewiesene Tanzgruppe Cocoondance nahm den Stoff aus Mozarts Oper „Cosi fan tutte“ zum Anlass für eine eigene Reflektion über Wahrheit und Täuschung und die Illusionen des Theaters. Die Uraufführung des Tanztheaters fand am 16. Mai 2007 im Theater im Ballsaal Bonn statt. Weitere Aufführungen folgten.


Jeppe Hein (Bonner Kunstverein)
Gestaltung des Vorplatzes Bonner Kunstverein, Gesellschaft fĂĽr Kunst und Gestaltung, KĂĽnstlerforum
Fördersumme € 13.530,--

Die Eröffnung des Vorplatzes des Bonner Kunstvereins durch Jeppe Hein fand am Sonntag, 18. Mai 2008 um 11.00 Uhr statt. Es wurden 4 Skulpturen, so genannte Bänke („modified social benches“) auf dem Vorplatz installiert, die ca. 1 Jahr lang stehen bleiben. Der eher als Parkplatz benutzte Vorplatz sollte als Platz wahrnehmbar werden. Einzige Gestaltungsmerkmale des Vorplatzes waren bisher zwei große Tellerlampen (rheinflügel Baukunst) und zugunsten mehr Offenheit gegenüber dem Stadtraum wurden die zwei Wandscheiben, die vormals die Institute von der Strasse getrennt hatten, abgerissen.

 

Peter Piller
„Peripheriewanderung Bonn“ Ausstellung Kunstmuseum Bonn
Fördersumme € 20.000,--

Als Ergebnis des von der Beethovenstiftung Bonn geförderten Projektes „Peripheriewanderung Bonn“ liegt eine Dokumentation in Katalogform der Reihe Archiv Peter Piller Materialien, erschienen 2007 im Revolver Verlag, Frankfurt, vor (ISBN 978-3-86588-380-3, Herausgeber Christoph Keller).
Die Fachjury berücksichtigte € 20.000 für eine Ausstellung und die Buchpräsentation von Peter Piller. Die Ausstellung wurde vom 22.01.-01.03.2009 im Kunstmuseum Bonn gezeigt.


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